Mit dem 3a-Konto sparen oder investieren?
Klassische 3a-Konten bieten kaum Rendite. Trotzdem kann traditionelles Sparen sinnvoll sein. Bei einem langen Anlagehorizont ist investieren jedoch oft die bessere Wahl.
Drei von fünf Schweizerinnen und Schweizern nutzen die dritte Säule als Ergänzung zu AHV und Pensionskasse. Doch lohnt sich das wirklich?
3a-Konto: Sicherheit, aber wenig Rendite
Der Charme eines Säule-3a-Kontos liegt in der Einfachheit: Einzahlen, Steuern sparen, Kapital bis zur Pensionierung sicher geparkt wissen. Gemäss dem Vergleichsportal moneyland.ch bietet die Cornèr Bank mit 1,1 Prozent den aktuell höchsten Zinssatz, während die Freiburger Kantonalbank (FKB) mit 0,8 Prozent ebenfalls zu den attraktivsten Anbietern zählt. Die Tabelle enthält eine Auswahl der zahlreichen Angebote.

Bei solchen Zinssätzen wird jedoch klar: Ein klassisches 3a-Konto eignet sich höchstens für sehr sicherheitsorientierte Sparerinnen und Sparer. Wer jedes Jahr den Maximalbetrag von derzeit 7258 Franken einzahlt, mag auf den ersten Blick ein solides Polster ansparen – doch unter Berücksichtigung der Teuerung bleibt real oft kaum mehr als der Wert der Einzahlungen selbst.
Noch schlechter kommt weg, wer sein 3a-Guthaben bei einer Bank mit tiefen Zinsen parkt. Diese Gelder verlieren über die Jahre real Kaufkraft – die Verzinsung bleibt hinter der Inflation zurück.
3a-Wertschriftensparen: Mehr Risiko, mehr Renditechance
Wer sich innerhalb der Säule-3a nicht mit niedrigen Zinsen zufriedengeben will, kann sein Guthaben in einen der 3a-Vorsorgefonds investieren.
Gemäss finpension.ch erreichten 3a-Fonds mit einem mittleren Risikoprofil, also rund 45 % Aktienanteil, in den vergangenen zehn Jahren eine jährliche Netto-Performance von etwa 2 bis 3 Prozent. Das ist deutlich mehr als die 3a-Sparzinsen – und liegt auch über der Inflationsrate.
Darüber hinaus: Die freie Selbstvorsorge
Wer mehr Flexibilität sucht oder mehr als den 3a-Maximalbetrag einzahlen möchte, kommt an der freien Selbstvorsorge – etwa durch Investitionen in Wertschriften – kaum vorbei.
Ein Blick auf die Märkte zeigt die langfristigen Renditechancen. Der Swiss Performance Index (SPI), der als Gesamtmarktindex des Schweizer Aktienmarkts gilt, erzielte in den letzten zehn Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von fast 6 Prozent.
Fazit: Das eine tun und das andere nicht lassen
Das klassische 3a-Konto bietet Sicherheit und Steuervorteile, aber kaum Rendite. Es eignet sich besonders für kurzfristige Anlagen, etwa bei einem absehbaren Bezug für den Kauf eines Eigenheims oder kurz vor der Pensionierung. 3a-Vorsorgefonds bieten bessere Renditechancen, sind jedoch aufgrund von Wertschwankungen vor allem für Anleger mit einem längerfristigen Anlagehorizont geeignet. Beide 3a-Varianten sind gebunden und unterliegen gesetzlichen Vorgaben. Die freie Selbstvorsorge bietet die grösste Flexibilität, ist aber nicht steuerlich begünstigt.
Daher lautet eine mögliche Devise: Das eine tun und das andere nicht lassen.