Der Treibstoff der Weltbörsen

Künstliche Intelligenz (KI) verhilft Tech-Aktien seit mehr als einem Jahr zu einem beeindruckenden Höhenflug. Was bedeutet dies für Investoren und kann die KI die hohen Erwartungen erfüllen?

Der amerikanische KI-Chiphersteller Nvidia hat seit Anfang Jahr den Aktienkurs fast verdreifacht und ist im Juni zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen. Nvidia hat damit Microsoft wie auch den iPhone-Hersteller Apple überholt – der Börsenwert von Nvidia beträgt mehr als 3 Billionen US-Dollar. Im Vergleich dazu: Alle börsenkotierten Schweizer Firmen zusammen kommen auf einen Börsenwert von ungefähr 2 Billionen US-Dollar.

Anlagefallen erkennen und vermeiden

Bernhard Künzle in den Freiburger Nachrichten zum Thema «KI der Treibstoff der Weltbörsen»

Der Boom der Künstlichen Intelligenz

In den letzten Jahren hat sich die KI von einer vielversprechenden Technologie zu einem zentralen Bestandteil der digitalen Revolution entwickelt. Die Tech-Firmen weltweit profitieren von den Fortschritten in der KI-Forschung und deren Anwendungen. So können auch die US-Technologieriesen wie Amazon, der Google-Konzern Alphabet und die Facebook-Mutter Meta seit Anfang Jahr überdurchschnittliche Kurssteigerungen zwischen 20% und 50% vorweisen.

Laut einer viel beachteten Studie von McKinsey könnte die KI bis 2030 weltweit einen wirtschaftlichen Wert von bis zu 13 Billionen US-Dollar schaffen. Diese Prognose verdeutlicht die immensen Erwartungen an die Technologie und wir stehen bei der Anwendung erst am Anfang.

Die Schweiz ist gut positioniert

Die Schweiz ist im Bereich der Künstlichen Intelligenz durchaus stark positioniert und spielt eine bedeutende Rolle. Die Hochschulen der ETH Zürich und EPFL in Lausanne gehören auch im Bereich der KI zu den weltweit führenden Forschungsinstitutionen. Dies wird indirekt auch durch den Global KI Index 2023 von Tortoise Media bestätigt, in welchem die Schweiz im Bereich Forschung nach den USA, China und Singapur den ausgezeichneten vierten Rang belegt.

Viele der amerikanischen Tech-Firmen haben deshalb auch in der Schweiz Forschungs- und Entwicklungsstandorte. So hat beispielsweise Google in Zürich mit etwa 5’000 Mitarbeitern eines seiner größten Entwicklungszentren außerhalb der USA.

Es gibt auch börsenkotierte Schweizer Unternehmen, die im Bereich der KI stark vertreten sind. Dazu gehört unter anderem das Technologieunternehmen ABB, welches in den Bereichen Robotik und Automatisierung stark in KI investiert. Der Aktienkurs hat sich nicht zuletzt auch deshalb seit Jahresbeginn mit mehr als 35% überdurchschnittlich entwickelt. Novartis hat schon 2019 ein KI Labor in Partnerschaft mit Microsoft gegründet, und auch die Tech-Firma Logitech oder der Bankensoftware-Hersteller Temenos profitieren von der neuen Technologie.

Wenn KI die immensen Erwartungen nicht erfüllt

Die unglaubliche Grösse der amerikanischen Tech-Giganten führt zu zwei Problemen. Zum einen erreichen Investoren, die sich den gesamten Markt via ETF kaufen, deutlich weniger Diversifikation. Das Gewicht der Tech-Titel ist inzwischen auch in vermeintlich breit aufgestellten Indizes wie dem MSCI World beachtlich. Zum anderen wird die gute Performance des US-Gesamtmarktes in den vergangenen 12 Monaten von wenigen grossen Firmen, allen voran Nvida, Apple, Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft, getragen. Diese geringe Marktbreite kann schnell zu Verwerfungen am Gesamtmarkt führen, sollten sich die Erwartungen an die KI nicht im erwarteten Tempo auszahlen.

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Bernhard Künzle, Geschäftsführer

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