Zeit und Strategie entscheidend beim Investieren

Es wird immer wieder unterschätzt, wieviel mit Aktien langfristig angespart werden kann.

Der Zinseszins ist ein fundamentales Element, um beim Anlegen Erfolg zu haben. Dieser Mechanismus wird oft unterschätzt. Wenn Zins wieder investiert wird, erwirtschaftet dieser selbst wieder einen Zins.

Der Faktor Zeit

Je länger Anlegende investiert bleiben, desto stärker entfaltet der Zinseszinseffekt seine Wirkung. Das Resultat: Das investierte Geld wächst immer schneller, da der Zinsertrag sich jedes Jahr erhöht.

Ein Beispiel: Angenommen jemand besitzt am 1. Januar 2009 CHF 50’000 auf einem Sparkonto. Bei einem geschätzten jährlichen durchschnittlichen Zinssatz von 0.5% resultieren daraus bis am 31. Dezember 2023 CHF 53’884 (siehe Grafik – Sparkonto).

Den Zinseszinseffekt gibt es auch bei Anlagen in Aktien. Da werden zwar keine jährlichen Zinsen ausbezahlt, jedoch erhält der Aktieninhaber eine Dividende und partizipiert bei steigendem Unternehmenswert.

Die Aktie

Wer in Aktien investiert, wird Miteigentümer eines Unternehmens. Das so investierte Geld steht dem Unternehmen als Eigenkapital für Investitionen zu Verfügung. Gelingt es dem Unternehmen mit diesem Geld einen Mehrwert in Gestalt erfolgreicher Produkte und Dienstleistungen zu erwirtschaften, wird dadurch der Unternehmenswert gesteigert. Davon profitiert der Aktionär – in Gestalt von Ausschüttungen wie Dividenden, oder aber einem gestiegenen Unternehmens-wert, welcher sich an der Börse widerspiegelt. Dies erklärt, warum es für Anlegende sinnvoll sein kann, in Aktien zu investieren.

Ein Beispiel: Angenommen jemand investiert am 1. Januar 2009 CHF 50’000 in den Schweizer Aktienmarkt. Der Swiss Performance Index (SPI), auch Schweizer Gesamtmarktindex genannt, wächst in dieser Zeit bis am 31. Dezember 2023 durchschnittlich 6.7% (abzgl. 1% Gebühren) pro Jahr. Daraus resultieren CHF 131’950 (siehe Grafik – Gesamtmarkt SPI).

Der Faktor Strategie

Es gelingt nur wenigen Marktteilnehmern, nachhaltig besser als der Markt abzuschneiden und eine sogenannte Überrendite zu erwirtschaften. Viele Anlagestrategien berücksichtigen etwa das Verhältnis von Aktien zu Anleihen und verwenden für den Aktienanteil Standardlösungen. Das ist zwar im Grundsatz nicht falsch, reicht jedoch für eine nachhaltige Überrendite nicht aus. Eine andere Strategie verfolgt ChooseSmart: Diese wurde systematisch mit Modellen entwickelt, mit Algorithmen umgesetzt und über Datenreihen von mehr als 30 Jahren validiert – mit dem Ziel, eine Überrendite gegenüber dem Swiss Performance Index (SPI) zu erwirtschaften. Auch der Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahnemann kommt in seinem Buch “Noise – was unsere Entscheidungen verzerrt” aus dem Jahr 2021 zum Schluss: “Bei grossen Datenmengen sind Algorithmen des maschinellen Lernens dem Menschen […] überlegen.”

Ein Beispiel: Angenommen jemand investiert am 1. Januar 2009 CHF 50’000 in den Schweizer Aktienmarkt mit einer Strategie, welche eine jährliche Überrendite von 3% gegenüber dem Swiss Performance Index erzielt. Damit liegt die durchschnittliche jährliche Rendite in dieser Zeit bis am 31. Dezember 2023 bei 8.7% (abzgl. 2% Gebühren). Daraus resultieren CHF 174’343 (siehe Grafik – Gesamtmarkt SPI + Überrendite).

Fazit

Um vom Zinseszins zu profitieren, bedarf es einer langfristig ausgerichteten Anlagestrategie. Beim Diversifizieren ist es zentral, auf Qualität und nicht Quantität zu achten. Diversifizieren verursacht im Grundsatz Kosten und soll primär zur Risikominimierung eingesetzt werden.

Ist die richtige Anlagestrategie erst einmal gefunden, stellt sich oft die Frage nach den Gebühren. Die gute Nachricht: Die Gebühren sind zwar zu berücksichtigen, sind jedoch im Vergleich zu einer erfolgreichen Strategie zweitrangig. Relevant ist, was Anlegende für die bezahlten Gebühren erhalten. So kann der Zinseszinseffekt seine Kraft optimal entfalten.

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