126 Jahre Erfolgsmodell Schweizer Aktien
Eine Langzeitstudie durchleuchtet den Schweizer Aktienmarkt seit 1900 – eine Erfolgsgeschichte dank starker Währung, tiefer Inflation und international ausgerichteten Unternehmen.
Die langfristige Performance des Schweizer Aktienmarkts ist bemerkenswert. Seit 1900 erzielten Schweizer Aktien gemäss einer Langzeitstudie der Privatbank Pictet eine durchschnittliche nominale Jahresrendite von 6,8 Prozent. Vor dem Hintergrund der traditionell tiefen Inflation und der Stärke des Schweizer Frankens ist dieser Wert umso eindrücklicher.
Was das langfristig bedeutet, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel: Ein im Jahr 1900 breit diversifiziertes Investment in Schweizer Aktien von 1000 Franken wäre bei konsequenter Reinvestition der Dividenden bis Ende 2025 auf über 1 Million Franken angewachsen – nach Abzug angenommener jährlicher Kosten von 1 Prozent.
Tiefe Inflation, starke Währung
Ein zentraler Pfeiler dieser Entwicklung ist die makroökonomische Stabilität der Schweiz. Seit 1900 lag die durchschnittliche Teuerungsrate bei lediglich 2,1 Prozent – einer der tiefsten Werte weltweit. Gleichzeitig behauptete der Franken über Jahrzehnte seine Rolle als besonders starke Währung.
Wie massiv diese Entwicklung ist, zeigt ein historischer Vergleich: Der US-Dollar hat seit 1900 gegenüber dem Franken über 80 Prozent seines Wertes verloren. Umgekehrt ausgedrückt hat sich der Wert des Schweizer Frankens gegenüber dem US-Dollar in diesem Zeitraum fast versechsfacht. Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger war das besonders wertvoll, weil die erzielten Renditen real weniger stark entwertet wurden.
Defensive Struktur al Krisenpuffer
Zur Robustheit des Schweizer Aktienmarkts trägt auch seine besondere Zusammensetzung bei. Die börsenkotierten Unternehmen im Swiss Performance Index (SPI) sind stark international ausgerichtet: Rund 80 Prozent ihrer Umsätze werden ausserhalb der Schweiz erwirtschaftet.
Gleichzeitig gilt der Schweizer Markt als defensiv geprägt. Gesundheitswerte, Basiskonsumgüter und Finanzunternehmen dominieren den Index. Diese Sektoren sind weniger konjunkturabhängig als viele zyklische Branchen und haben sich in Stressphasen regelmässig als stabilisierender Faktor erwiesen.
Geduld zahlt sich aus
Die Langfristperspektive ist entscheidend. Wer in den vergangenen 126 Jahren jeweils zehn Jahre in Schweizer Aktien investiert blieb, musste nur in wenigen Zeitfenstern eine negative Gesamtrendite hinnehmen. Diese Verlustphasen standen vor allem im Zusammenhang mit den Krisen rund um den Ersten Weltkrieg und dem Börsencrash von 1929.
Bemerkenswert ist: Weder das Platzen der Dotcom-Blase 2001 noch die globale Finanzkrise 2008 führten bei einem Zehnjahreshorizont zu negativen Gesamtrenditen. Wer seit 1931 zu einem beliebigen Jahresanfang breit diversifiziert in Schweizer Aktien investierte und zehn Jahre investiert blieb, schrieb gemäss Pictet auf seine ursprüngliche Anlage nie rote Zahlen.
Auch in der jüngeren Vergangenheit entwickelte sich der Schweizer Aktienmarkt solide: Seit 2009 lag die durchschnittliche Jahresrendite bei 8,5 Prozent und damit sogar etwas über dem langfristigen Mittelwert von 6,8 Prozent.
Die wichtigste Lehre aus 126 Jahren Schweizer Börsengeschichte lautet: Zeit ist ein entscheidender Faktor. Wer geduldig investiert blieb und Dividenden diszipliniert reinvestierte, hatte am Schweizer Aktienmarkt langfristig gute Chancen auf Vermögensaufbau.





